Ortstermin Am 16. Mai 2025 hatte Motorist die Freude, Michaela und Alexander Gräul in ihrem Geschäft in Jengen zu besuchen. Anlass war die Auszeichnung als „Motorist des Jahres“ 2025 vor Ort im direkten Betriebsumfeld. Nicht nur lokale Akteure fanden den Weg zur Feierstunde, sondern auch Vertreter aus Handel und Industrie. Aus gutem Grund.
Vielleicht ist es die ländlich idyllische Lage im Allgäu, vielleicht das helle und aufgeräumte Ladengeschäft, ganz sicher aber die spürbar gute Laune, die einem hier entgegenschlägt: Wer die Gräul GmbH in Jengen aufsucht, den erwartet ein Ort, an dem man sich gut aufgehoben fühlt. Egal wie groß der Andrang an Verkaufstresen und Reparaturannahme ist, das Team von Michaela und Alexander Gräul gibt viel dafür, dass die Kundschaft zu ihrem Recht kommt. So wie das Unternehmerpaar selbst. An sechs Tagen die Woche ist es für das Geschäft da, wenn nötig auch am Wochenende. Als Last empfinden die Eltern von drei Teenagern das nicht, sondern eher als selbstbestimmte Freiheit, in die eine gehörige Portion Leidenschaft einfließt. „Unser Betrieb ist wie ein Teil unserer Familie“, sagt Michaela Gräul und genauso liebevoll wird das Geschäft gepflegt und entwickelt. Mit Fabrikaten wie Stihl, Stiga, Iseki, Kress, Echo Robotics und Grünholz bedient man die Bedürfnisse von Privat- und Profikunden gleichermaßen und ist eine wichtige Anlaufstelle für Garten-, Forst- und Kommunaltechnik in der Region. Auch die Frequenz im Urbansweg 5 unweit der gut befahrenen Landstraße B 12 im Norden von Jengen stimmt. Zumal sich in direkter Nachbarschaft zentrale Einkaufsgelegenheiten sowie eine Tankstelle befinden und direkt gegenüber ein Landmaschinen-Standort der BayWa Technik, mit dem sich Gräul nach eigener Aussage gut ergänzt.
Ausgezeichnet
Gute Zutaten für einen „Motorist des Jahres“! Zu diesem hat die Jury von Motorist Alexander Gräul und Team in diesem Jahr gewählt. Groß gefeiert wurde das bereits auf dem Motoristenkongress 2025 am 22. Februar in Leverkusen. Nun stand die obligatorische Auszeichnung vor Ort an. Etliche Gäste fanden sich dazu am 16. Mai in Jengen ein, so etwa der örtliche Bürgermeister Ralf Neuner, Vertreter von Gräuls Nachbar- und Vermieterfirma BK Solar sowie der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und natürlich die lokale Presse. Ebenso angereist waren Steffen Karsch von der Sümo, QMF-Berater Josef Soutschka, Michael Auch von Stiga, Martin Rosinger von Iseki, Sven Beier von Kress sowie Wolfgang Röttel, Sascha Deetz und Bernhard Stübner von Stihl. Sie alle gratulierten nicht nur, sondern würdigten vor allem die unternehmerische Leistung und den heutigen Erfolg der Gräuls.
Beherzte Entscheidung
Denn gänzlich sorgenfrei war der Weg dorthin nicht immer: „Wenn wir es machen, dann aber richtig“. Mit diesen Worten committete sich Michaela Gräul 2008 gegenüber ihrem Mann Alexander zu dessen Wunsch, den Betrieb, in dem sein Vater Heinz sich 1982 mit seinem Geschäftspartner Heinz Rauscher zur Rauscher & Gräul GmbH zusammengeschlossen hatte, weiterzuführen. Bereits zehn Jahre war Alexander Gräul zu jenem Zeitpunkt dort als Mechaniker beschäftigt, nachdem er 1998 bedingt durch den Tod seines Vaters spontan eingestiegen war. Auch Michaela und er waren 2008 längst ein Paar und hatten Verantwortung für eine mehrköpfige Familie. Umso mutiger empfand Michaela Gräul den Schritt in die Selbständigkeit. Denn der Blick in die Bilanzen ließ für die gelernte Buchhalterin Herausforderungen erahnen bis hin zur Frage „Ob man denn davon leben kann?“.
Als „Solist“ gestartet
Man wird es müssen, entschied sie sich, auch ihrem Mann zuliebe, und so legte das junge Paar los. Zu Beginn beschränkte sich das Sortiment der neu gegründeten Gräul GmbH noch auf den Groß- und Einzelhandel von Solo-Motorgeräten. Denn schon das Vorgängerunternehmen hatte seine Wurzeln in einer einstigen Solo-Werksniederlassung, die der gelernte Monteur Heinz Rauscher 1963 in Buchloe gegründet hatte. Um zu wachsen, schien ein Fabrikat den Gräuls jedoch zu wenig. 2010 verstärkten sie daher den Fokus auf den Bereich Forst und Garten und nahmen zunächst Pfanner Schutzbekleidung ins Sortiment auf. Auch die Verkaufsausstellung in dem kleinen, ehemaligen Ladengeschäft an der Weinhausener Straße 12 in Jengen wurde renoviert. 2013 kamen Weber Baumaschinen hinzu. Man war auf einem guten Weg, erinnern sich Michaela und Alexander Gräul. Das Geschäft begann sich zu entwickeln. Dann der Rückschlag: 2014 wurde Solo an Al-Ko verkauft, gleichzeitig kündigte der Vermieter den Vertrag für die Geschäftsräume. Ein erstes Mal dachten die Gräuls tatsächlich kurz ans Aufgeben – und entschieden sich dann doch dagegen. Wieder einmal hatte sich die Leidenschaft für das eigene Geschäft durchgesetzt.
Mit Stihl gewachsen
Als Rettungsanker entpuppte sich damals Stihl. Auf der Suche nach einem Händler in der Region war das Fabrikat kurz zuvor auf das Unternehmerpaar zugekommen, nun unterstützte man bei der Neuausrichtung. Die bestand 2015 zunächst einmal in einem Umzug in neue Geschäftsräume, nämlich den heutigen Standort im Urbansweg, mit entsprechender Ladenneugestaltung. Im Gegensatz zu dem deutlich kleineren alten Standort verfügte man jetzt nicht nur über eine große Werkstatt, sondern auch über 140 qm Verkaufsfläche, auf denen die Ware ins rechte Licht gerückt werden konnte. Von da an ging es voran und die Zeichen standen endgültig auf Wachstum. 2016 wurde die Gräul GmbH Stihl Dienst und auch Big Mow Mähroboter ergänzten das Sortiment. 2022 nahm man die Marke Kress hinzu. Das Geschäft ging stetig bergauf. Auch durch die Corona-Pandemie sind die Gräuls gut gekommen. Aktuell beschäftigt man sechs Mitarbeitende und wird in der Region als zuverlässiger und leistungsfähiger Fachbetrieb geschätzt. Vor allem aber ist die Leidenschaft bis heute geblieben.
Zukunftspläne
Im Gegenteil haben Michi und Alex Gräul, wie sie von ihrer Stammkundschaft gerne genannt werden, Pläne für die Zukunft. Zwei der drei Söhne können sich durchaus vorstellen, in ein paar Jahren ins Geschäft einzutreten. Schon heute packen Florian, der gerade bei Endress in München lernt, und Tobias, der noch in der Ausbildung zum Elektroniker ist, hier regelmäßig mit an, der jüngste Bruder Jonas ebenso. Das soll dann aber auf soliden Beinen stehen. Und so ziehen die Gräuls nicht nur einen Neubau in Betracht, sondern auch den Einstieg in weitere Angebotsfelder wie die E-Mobilität. Denn auch etliche Kommunen und Gewerbetreibende zählen zur Kundschaft – und das in einem „geldigen Umland“, wie Michaela Gräul sagt, dessen Radius dann noch wachsen könnte. Doch das alles will gut vorbereitet sein. Als Mitglied in der Sümo eG haben die Gräuls daher schon vor einiger Zeit von einer Betriebsberatung durch Michael Hahnemann Gebrauch gemacht. Auch den Nachfolgeprozess wollen sie frühzeitig mit dem Sümo-Expertenteam angehen.
Im Bestand optimiert
Bis dahin wird weiter im Bestehenden optimiert. Erst vor kurzem etablierte man eine neue Werkstatt für Mähroboter. Gerade wurde das Kleingerätelager ausgebaut und um einen zusätzlichen Montage-Arbeitsplatz ergänzt. Denn: „Der kostenintensivste Faktor im Betrieb sind die Mitarbeiter“, sagt Michaela Gräul. Deshalb sollten die Abläufe aus ihrer Sicht effizient sein. Gleichzeitig sehen sie und ihr Mann ihr Team als größtes Kapital und sind stolz auf ihre Mannschaft, die in aktueller Zusammensetzung noch gar nicht so lange zusammenarbeitet. Das aber äußerst motiviert und engagiert. Auch viele gute Ideen fürs Tagesgeschäft fließen hier mit ein, in die vorbildlich aufgeräumte Arbeitsplatzgestaltung sowieso. Auch am Tag der Auszeichnung vor Ort war die Mannschaft beinahe vollzählig anwesend und das gute Miteinander spürbar. „Es soll ja auch Spaß machen“, sind sich Michaela und Alexander Gräul einig. So definieren sie auch ihr unternehmerisches Selbstverständnis und den damit verbundenen Erfolg. Die einfache Antwort hat Gehalt: „Weil wir es leben!“







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