„Grün Stadt Zürich“ ein Begriff, der die Stadt Zürich mit deren vielen Parkanlagen beschreiben könnte. Für Insider aber ist die Bezeichnung vielmehr eine Dienstabteilung des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements (TED) der Stadt Zürich und zuständig für den Bau, die Pflege und den Unterhalt sämtlicher städtischer Grünräume. Nicht weniger als 430 Mitarbeiter beschäftigt die GSZ, eine Abteilung der Zürcher Stadtverwaltung.
Kein Zweifel, diese Abteilung braucht Maschinen, Fahrzeuge und Material. 120 Fahrzeuge gehören dazu, vom Lastwagen bis zum Personentransporter, aber auch Spezialfahrzeuge wie Traktoren, Bagger, Hubstapler, Anhänger usw. „Von uns angeschafft und gewartet werden vor allem die Kleinmotorgeräte“, sagt Hugo Baumann, Leiter Werkstätten und Logistik, eine Unterabteilung des Geschäftsbereich „Betriebe“ der Grün GSZ. Dazu gehören 1.150 Kleingeräte (Heckenscheren, Motorsägen, Rasenmäher, Freischneider) aber auch über 300 Gartenbau- und Grünflächenpflegemaschinen (Mäher, Bodenbearbeitungsgeräte, Häcksler) u.a.m.
Baumanns Abteilung beschäftigt insgesamt 21 Mitarbeiter, davon zwei Lernende für den Beruf des Motorgerätemechanikers. Somit zählt diese Abteilung zu den größten Motoristenbetrieben der Schweiz.
Auf dem Weg zur 2.000 W-Gesellschaft
Die Stadt Zürich engagiert sich stark für die 2.000 W-Gesellschaft, sprich den Einsatz alternativer Energien. Bei den Kleingeräten sind die batteriebetriebenen Geräte im Vormarsch. „In dieser Gerätegruppe liegen die Vorteile des geringeren Gewichts, Emissionsverminderung und vor allem der Lärmreduktion auf der Hand und die Leistungseinschränkungen sind mittlerweile minimal“, sagt Baumann. Dauerlärm der Rückenblasgeräte erzeugt postwendend Reklamationen von Passanten und Anwohnern. So sah er sich gezwungen die Arbeitszeiten für diese Geräte im Herbst von morgens 08.00 bis 11.00 Uhr und nachmittags von 14.00 bis 16.00 Uhr zu verkürzen.“ Mit den Akku-Bläsern ist das viel einfacher.
Hersteller mit Batterie-Geräten
Baumann aber sieht besonders im Akku-Kleingerätebereich große Vorteile. Nur spät nachts, wenn die Zürcher Trams nicht mehr verkehren, können jene Bäume zurückgeschnitten werden, die nahe an den Fahrleitungen stehen. Mit der nur noch „surrenden“ Motorsäge kann diese delikate Arbeit wesentlich reklamationsfreier durchgeführt werden. Des Weiteren werden mit Lithium-Ionen-Batterien auch Heckenscheren und Freischneider angetrieben, wobei verschiedene Marken-Produkte im Einsatz stehen. Eine herausragende Akku-Marke gibt es für den Kenner Baumann so nicht: „Gemäß unseren bisherigen Erfahrungen hat Husqvarna einen sehr guten Freischneider, Pellenc betreibt die leistungsstarken Bläser Arion und die Heckenscheren Helion mit eintägiger Autonomie am wirkungsvollsten und die Motorsäge von Stihl deckt am besten unsere Bedürfnisse ab“. Dass Baumann bei Alternativenergien am Ball ist, zeigt sein Hinweis, dass jetzt schon Lithium-Ionen-Batterien auf den Markt kommen, mit denen verschiedenste Geräte, unabhängig vom Produkthersteller, angeschlossen werden können.
Zürich auch mit Rasenrobotern
Auch Robotermäher sind bei der GSZ in Erprobung. So zeigen Versuche in einer Zürcher Badeanstalt mit einem Husqvarna Mower positive Resultate: „Durch das regelmäßige Mulchen konnten wir die Rasenqualität sichtlich verbessern. Der Roboter mäht auch unaufgefordert unter den Sitzbänken, sodass dort nicht noch mit dem Freischneider nachgemäht werden muss und dadurch ein unvermeidlich anderes Schnittbild entsteht“, sagt der erfahrene Fachmann. Mit dem belgischen Bigmow, Rasenroboter für Großlächen, werden Tests auf Sportanlagen und Fussballplätzen gemacht. Ein wichtiger Vorteil: Man kann den geräuscharmen Bigmow auch nachts problemlos arbeiten lassen.
Die Zukunft
Baumann ist überzeugt, dass die Entwicklung alternativer Energien im Bereich Park- und Anlagenpflege weitergehen wird. „Ohne Zweifel, der Anteil an batteriegetriebenen Kleingeräten wird bei der GSZ zunehmen. Bei größeren, leistungsstärkeren Maschinen und Fahrzeugen muss der Anwender die Leistungsbilanz sorgfältig prüfen und vor der Anschaffung die effizienteste Energieart auswählen“, sagt er. Sagt‘s und steigt in den Elektro-Smart, um mit dem CO2-Champion-Fahrzeug lautlos zum Einsatzort einer seiner Equipen in der Stadt zu flitzen.
Mü