Verbände & Organisationen 2011-07-08T00:00:00Z Zukunft als Leitthema

Das Leitthema des Branchenkongresses war: „Zukunft - Was kann ich heute schon tun, um morgen noch am Markt zu sein?“ Marcus Wittmann von der GfK wagte nach einer kurzen Marktanalyse den ersten Blick in die Zukunft der Branche.

Der Fachbetrieb hat gegenüber der Großfläche wieder an Boden gewonnen und kann weiter gewinnen, wenn es ihm gelingt, die zukunftsträchtigen Technologien zB. Akkugeräte im Haus zu halten. Zudem muss er sich dem Internet stellen, dabei Modelle wahrnehmen, die seinen Service entsprechend honorieren. Denn des Fachhandels Plus ist sein Wissen und Können; der anspruchsvolle Kunde will und wird das honorieren auch in Zukunft.

Gerrit Eicker und Paul Herwarth von gartentechnik.com stellten heraus, dass im Internet die Zukunft schon begonnen hat. Der Kunde ist durch die dort erhältlichen Informationen bestens für seinen Einkauf präpariert. Er kann sich direkt beim Fachhändler online informieren und die Meinung anderer Anwender oder Erfahrungen beim Kauf bestimmter Produkte abfragen. Er wird außerdem verstärkt Internet-Gemeinschaften für sich nutzen. Aber: Das Web bietet auch Chancen. So kann der Fachhändler in seiner Region aktiv dafür sorgen, dass seine Angebote aktiver beim Online-Kunden erscheinen.

Danach ging es in zwei parallelen Workshops weiter. Unter der Leitung von Roland Schön ging es im ersten um den Weg/die Strategie zur regionalen Nummer 1: Wie ermittelt man die wichtigsten Kundenprobleme und deren kritische Erfolgsfaktoren im Markt der Zukunft? Im zweiten unter der Leitung von Hermann Eichhorn ging es um Zukunftsplanung. Ziele setzen mehr erreichen: Moderne Saisonplanung für Fachbetriebe. Interessant dabei waren praktische Hilfen, wie sich mit einfachen Listen aussagekräftige Zahlen gewinnen lassen. Grundlage dabei waren Listen, die bereits in verschiedenen Beiträgen im "Motorist" veröffentlicht worden sind. Nach der Mittagspause ging es mit EDV weiter. Wohin entwickeln sich die Branchenlösungen? Was werden sie in Zukunft leisten müssen? Welche Schritte sollten sie dem Händler bzw. Lieferanten abnehmen? Dietrich Brandt von C.O.S. lieferte hierzu Ansätze: So wird die EDV der Zukunft den Kunden viel besser "erkennen" können oder auch Wartungsvorschläge automatisiert generieren. Auch im Bereich Zeiterfassungs- und Zeitoptimierungsmanagement sind einige neue Lösungen zu erwarten.

Zukunft des fachhandels aus Lieferantensicht

Danach folgten Kurzvorträge der Sponsoren. Auch sie drehten sich ausnahmslos um das Thema "Zukunft". Die Industrie verfolgt hier verschiedene Ansätze, die sich in den Gesamtprogrammen widerspiegeln. Den Anfang machte Christopher Schmidt von Honda. Er stellte Geomarketing vor. Das ist ein neues Instrument, das analysiert, welches Potential hier für Gartengeräte in einem Gebiet vorhanden ist und wie es in Bezug auf den lokalen Händler zu heben ist. Mit minimalem Aufwand lassen sich so deutliche Umsatzsteigerungen erzielen. Außerdem erhält der Anwender entsprechende Nachweise, ob seine ergriffenen Maßnahmen auch den gewünschten Erfolg z. B. bei einer Mailing-Aktion erzielt haben.

Heribert Benteler von Stihl beleuchtete den sich gerade öffnenden Akkumarkt. Er wird sich zukünftig neben dem Markt für Elektrogartengeräte etablieren und eine große Rolle spielen. Hier gilt es für den Motoristen, sich auf die neuen Entwicklungen einzustellen.

Uwe Kacar von Husqvarna empfahl dem Fachhandel, sich zum Gartendienstleister zu wandeln, der Gartenprobleme erkennt und löst.

Einen Blick "zurück in die Zukunft" stellte Klaus Meurer von Honda in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Sein Unternehmen sucht Lösungen, wie jeder Einzelne die Energieprobleme der Zukunft lösen kann. So wird an Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung gearbeitet, mit denen beispielsweise sowohl Rasenmäher als auch Autos zu Hause aufgetankt und angetrieben werden können. Das verlangt, dass die Fachbetriebe verschiedener Branchen gemeinsam Konzepte schnüren müssen, um die Kundenwünsche zukünftig erfüllen zu können.

Christoph Büscher von Sabo beleuchtete die Zukunft aus Kundensicht. Der Kunde möchte immer weniger Technikdetails, dafür mehr Erlebnis und Wohlfühlatmosphäre. Der Motorist sollte sich deshalb in diese Richtungen entwickeln, damit die Kunden seine Fans werden. Vom reinen Erlebniseinkauf ist unsere Branche noch weit entfernt, aber jeder Betrieb kann selbst mit ersten Schritten in diese Richtung den Erfolg suchen.

Zum Schluss fasste Norbert Pick, Geschäftsführer des Stihl-Vertriebs, die Anregungen und Hinweise seiner Vorredner in sieben Thesen zum Fachhandel der Zukunft aus Herstellersicht noch einmal zusammen:

Der Fachhandel sollte

+zur regionalen Marke werden,

+die Zielgruppen bestmöglich analysieren,

+um ein Optimum an Kunden-Mix zu erhalten,

+sein Sortiment an seine Kunden und seinen Betrieb anpassen,

+den einzigartigen Vorteil im Service entsprechend leben und vermarkten,

+die Geschäftsausstattung ständig optimieren,

+sich um die bestmöglichen Mitarbeiter bemühen,

+und letztlich auf permanente Weiterbildung auf allen Ebenen setzen.

zuletzt editiert am 26. März 2021
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