Im Antidumpingverfahren bezüglich Mährobotern aus China scheinen Zölle so gut wie sicher. Im Raum stehen Größenordnungen von 45 bis knapp 54 Prozent. Erste Hersteller reagieren bereits.
So hat Kress seine Fachhandelspartner bereits über anstehende Preisentwicklungen informiert. Auf Grundlage einer jüngsten Veröffentlichung der Europäischen Kommission (EK) rechnet Positec mit Antidumpingzöllen in Höhe von 53,3 Prozent auf aus China importierte Kress Mähroboter. Tatsächlich ist die EK nach detaillierter Prüfung des im November 2025 von Husqvarna beantragten Antidumpingverfahrens zu dem Schluss gekommen, dass im Falle von in China produzierten und in die Europäische Union eingeführte Mährobotern Dumping vorliegt und der EU dadurch ein Schaden entsteht. Dies ist nachzulesen in einem 90-Seiten-Papier, das die Europäische Kommission am 21. Oktober veröffentlicht hat (AD745 – Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von Rasenmährobotern mit Ursprung in der Volksrepublik China) und das Motorist vorliegt. Auch für weitere Fabrikate wurden bereits Antidumpingzölle berechnet. So stehen bei Mammotion, die wie Positec zu den Stichprobenunternehmen im Verfahren zählten, Antidumpingzölle in Höhe 45,6 Prozent im Raum. Bei den entsprechenden Produkten sonstiger kooperierender Unternehmen, die ihre Zahlen im Verfahren gemeldet haben, sind es 47 Prozent und für alle übrigen Fabrikate mit Ursprung in der Volksrepublik China 53,3 Prozent. Rückwirkende Zölle werden hingegen nicht erhoben.
Sichere Sache
Dass die Zölle kommen, scheint sicher: „Auf der Grundlage der Schlussfolgerungen der Kommission zu Dumping, Schädigung, Schadensursache, Höhe der Maßnahmen und Interesse der Union sollten endgültige Maßnahmen eingeführt werden, um zu verhindern, dass dem Wirtschaftszweig der Union durch die gedumpten Einfuhren weiterer Schaden zugefügt wird“, heißt es unter Punkt 485 des Kommissions-Papiers. Bis spätestens 19. Januar 2027 dürfte Klarheit herrschen.
Erste Reaktion
Im Fall von Kress informierte man seine Handelspartner weiter, dass man bereits frühzeitig reagiert und die Produktion des überwiegenden Teils seines Mähroboter-Portfolios aus China hinaus verlagert habe, sodass man davon ausgeht, dass die meisten Modelle nicht von den Antidumpingzöllen betroffen sein werden. Anders sei dies bei Kress Voyager und MasterSeries. Da diese weiterhin in China produziert würden, geht man von Zöllen aus und zum ersten Januar 2027 würden hier Preisanpassungen nötig. „Um Partner und Early Adopters zu unterstützen“, gelten die aktuellen Preise für Voyager und MasterSeries für alle Maschinen, die bis zum 31. Dezember 2026 bestellt und ausgeliefert werden jedoch vorerst weiter. Zusätzlich verlängert Kress das Zahlungsziel für diese Maschinen bis zum 31. März. Die endgültigen Preise für Kress Voyager und MasterSeries im Jahr 2027 sollen sich dann nach den definierten Antidumpingzöllen der Europäischen Kommission richten. Die Preise für alle übrigen Kress-Mähroboter für 2027 werden im November bekannt gegeben. Spannend bleibt, wie andere Anbieter reagieren und welchen Effekt für alle Beteiligten ein Inkrafttreten von Antidumpingzöllen haben wird. Motorist bleibt dran.
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