junge Frau im Portrait
Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher skizziert, was künftige Verbraucher erwarten. (Quelle: Zukunftsinstitut)

Messen & Veranstaltungen 2024-03-14T11:22:42.693Z spoga+gafa 2024: Bühne für grüne Zukunftstrends

Drei Monate vor Messestart vermeldet die spoga+gafa 2024 nahezu ausgebuchte Messehallen. Insbesondere europäische und nordamerikanische Aussteller zieht es unter dem Motto „Responsible Gardens – Verantwortungsvolle Gärten“ vermehrt auf die weltweit größte Garten- und BBQ-Messe vom 16. bis 18. Juni in Köln.

Freuen darf sich das internationale Publikum, das zur diesjährigen spoga+gafa erwartet wird, auf eine Branchenschau am Puls der Zeit. So hat die weltweit führende Leitmesse für Garten und Grillen nicht nur zahlenmäßig zugelegt - mit über 1.850 Ausstellenden aus 58 Ländern sind die 14 Messehallen bereits im März zu 96 Prozent ausgebucht. Angesichts der herausfordernden Umstände der Branche sieht Stefan Lohrberg, Director der spoga+gafa, dies als wichtiges und positives Signal: „Mit diesem klaren Bekenntnis zur spoga+gafa senden die Unternehmen trotz der teilweise herausfordernden Marktbedingungen ein deutliches Zeichen. Die spoga+gafa ist der wichtigste Treffpunkt für die Branche und eröffnet neue und einmalige Geschäftsmöglichkeiten.“

Neue Angebotsfelder

Auch inhaltlich wurde das Angebot erweitert. Neben den traditionellen Bereichen garden living, garden unique, garden bbq und garden creation & care wird erstmals das Thema „Outdoor Adventures“ bespielt, ebenso das in Zeiten neuer klimatischer Verhältnisse interessante Segment Kühlen. Interessant ist auch, dass eine wachsende Zahl an nationalen und europäischen Unternehmen ihre Lösungen auf der spoga+gafa präsentieren wird, darunter etliche Big Player und renommierte Marken, aber auch Newcomer und Start-ups. Sie alle verbindet der Anspruch, Gärtnern und Garden Living in herausfordernden Zeiten nicht nur attraktiv, sondern vor allem verantwortungsbewusst zu gestalten, passend zum Leitmotto der diesjährigen spoga+gafa „Responsible Gardens – Verantwortungsvolle Gärten“.

Die Zukunft des „grünen“ Konsums

Was es damit und mit den Konsumansprüchen kommender Generationen in den nächsten zwei Jahren auf sich hat, durften rund 65 europäische Fachpressevertreter am 12. März im Rahmen eines internationalen Roundtable in Utrecht erfahren. Vortragende waren dort nämlich nicht nur Vertreter der Messe selbst, sondern auch Branchenexpertinnen wie Theresa Schleicher, führende Handels-Zukunftsforscherin in der DACH Region und renommierte Wirtschafts-Vordenkerin. In ihrer Keynote „Was bleibt? Ein Blick auf die nächste Generation des nachhaltigen Konsums“ skizzierte sie die Trends. Die zentrale Nachricht: Der Wunsch nach Konsum ist da, der Wunsch nach Fokus aber auch. Als nachhaltigste Initiative im Handel fordern Konsumentinnen und Konsumenten demnach in erster Linie eines: 20 Prozent weniger. Weniger Flächen, weniger Produkte, weniger Händler, weniger Verpackungen und Plastik. Einen Anstieg in der Verbrauchergunst erleben stattdessen langlebige, vielfältige Waren und solche, die den Verzicht nicht zur mahnenden Pflicht machen, sondern mit Spaß und Genuss verbunden sind. Auch Konzepte zur gemeinsamen Nutzung von Produkten und der Vermietung gewinnen an Attraktivität.

Globale Trends im Garten-Business

Die gesellschaftliche Mitte will neue Kundenmagnete: Erwünscht sind regenerative Sortimente, kleine Luxusprodukte und langlebige Preis-Einstiegs-Produkte. Auch smarte Alltags-Produkte, die Gärten und das eigene Zuhause nachhaltiger und energie-effizienter machen. Gerade die jüngere Kundschaft empfindet die grüne Branche derzeit vielfach als nicht zeitgemäß. Vermisst werden in den meisten Ländern in Europa schnelle und gute Online-Services und Shops, die schnell und klimaneutral ausliefern. Der Trend des E-Commerce und zur Buchung von Services und Beratung wächst. Ebenfalls gewünscht sind Second Hand-Plattformen. Verpackungen hingegen sind zunehmend unerwünscht. Über 60 Prozent der Menschen in der DACH-Region achten bei ihrer Kaufpräferenz auf die Menge und Art der Verpackung. Unverpacktes kommt positiv an, ebenso Re-Fill Optionen, recyclebare Verpackungen und Produkte in wasserreduzierten Aggregatszuständen. Vor allem die jüngeren Gen Z Kundschaft vermisst zudem regionale Preiseinstiegs-Produkte und sucht die Rückkehr zur Kernfunktion abseits von Preisaktionen oder Billig-Angeboten. „2024/2025 werden wir uns von ständig nach unten gehenden Preisspiralen verabschieden“, lautete so auch ein Fazit von Theresa Schleicher. Und das dürfte die Branche wohl gerne hören.

zuletzt editiert am 26. März 2024
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