Der Eingang eines Gartencenters mit Werbeschildern von STIHL und VIKING.
Endress Filiale in München (Quelle: RM Rudolf Müller)

Handel & Hersteller 2026-03-04T14:02:26.875Z Endress-Gruppe meldet Insolvenz an

Die Endress-Gruppe hat vor dem Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Betroffen sind alle bundesweiten Filialen von Endress Motorgeräte und Endress Bayern.

Wie diverse Tageszeitungen, darunter die Stuttgarter Nachrichten und der Münchner Merkur, heute am 4. März mit Berufung auf das Amtsgericht Stuttgart berichten, steht das Verfahren noch zur Bearbeitung. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst uneingeschränkt weitergeführt werden. Auch soll Ulrich Endress, Sohn des Firmengründers und Seniorchef der Firmen-Gruppe, gegenüber der Stuttgarter Zeitung die Hoffnung geäußert haben, dass wenigstens einige der insgesamt 20 Standorte der Endress Motorgeräte GmbH, Stuttgart, und der Endress Bayern GmbH in München, dauerhaft rentabel fortgeführt werden können. Beraten wurde die Endress-Gruppe bei der Antragstellung dem Vernehmen nach von der auf Restrukturierungen und Sanierungen spezialisierten Pluta Rechtsanwalts GmbH. Im fortlaufenden Verfahren wird ein vom Gericht berufener vorläufiger Insolvenzverwalter die Hoheit übernehmen. Die rund 260 Mitarbeitenden sollen für drei Monate durch Insolvenzgeld in Höhe ihrer Netto-Löhne abgesichert sein. Sie wurden bereits intern in einem Schreiben über die neue Lage informiert.

Restrukturierungsversuch kam zu spät

Branchenintern kam die Insolvenz nicht von ungefähr. Bereits im vergangenen Jahr befand sich die Endress-Gruppe in Schieflage, die man durch eine Restrukturierung zu überwinden suchte ( Motorist berichtete). Als Hauptgrund für die wirtschaftlichen Probleme nannte Geschäftsführer Michael Endress damals vor allem das unrentable Privatkundengeschäft, das durch einen preisaggressiven Wettbewerb im Akkubereich zunehmend unter Druck geriet. Zwar hatte man das Problem erkannt und wollte durch eine stärkere Fokussierung auf das Profi- und Prosumergeschäft gegensteuern. Doch hohe Lagerbestände, ein absatzschwacher Sommer und zuletzt ein konjunkturell herausforderndes Umfeld holten die Bemühungen ein. „Wir erkennen bereits seit Monaten, dass so nicht mehr sinnvoll zu wirtschaften ist“, erklärte Michael Endress schon Anfang November gegenüber Motorist. Grundsätzlich sah er jedoch noch eine Chance, das Ruder herumzureißen und betonte, man sei solide aufgestellt. Auch die Industrie unterstützte den Endress-Verbund dem Vernehmen nach zumindest teilweise bei den Bemühungen und nahm bereits bestellte Ware zurück oder stundete Rechnungen. Gereicht hat dies augenscheinlich nicht: „Trotz unseres über einjährigen Kampfes ums Überleben haben wir es nicht geschafft, die Insolvenz zu verhindern“, erklärte nun Seniorchef Ulrich Endress angesichts der beantragten Insolvenz gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Warum Motorist dies für einen Weckruf für die gesamte Branche hält, lesen Sie im folgenden Kommentar:

zuletzt editiert am 04. März 2026