Die Alfred Kärcher SE & Co. KG und die Andreas Stihl & Co. KG haben gestern in Winnenden den Start einer gemeinsame Akku-Allianz verkündet. Konkret wird Kärcher künftig in seiner Profi-Range das neue ALLPRO Akkusystem von Stihl nutzen. Weitere Spezialfabrikate der Grün- und Flächenpflege sind ebenfalls im Boot.
Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, professionellen Anwendern einen gemeinsamen, leistungsstarken und zukunftssicheren Akkustandard zu bieten, eröffneten Michael Traub, Vorsitzender des Vorstands der Stihl AG , und Hartmut Jenner, Vorstandsvorsitzender der Alfred Kärcher SE & Co. KG , am 2. Juli in Winnenden. Kernstück der Allianz ist das von Stihl entwickelte, unlängst vorgestellte ALLPRO-Akkusystem. Dieses soll künftig in den Profi-Geräten beider Marken zum Einsatz kommen. Schon 2027 wird Kärcher die ersten Geräte mit den neuen 36V Akkus auf den Markt bringen. Die ALLPRO Akkus und Ladesysteme sollen ab dem ersten August im Stihl Fachhandel erhältlich sein. Gemeinsam werden beide Fabrikate ihren Kunden dann gut 120 Endanwendungen in der neuen Range präsentieren können. Denn auch weitere Spezialfabrikate der Grün- und Flächenpflege ergänzen die Allianz. So wollen auch 4F (Limpar) , AS-Motor , Cemo , Eder , Gölz (Kanalschlussbohrer), Köppl , Kwern , Portable Winch , Tielbürger und Westermann die Powerheads und Akkus aus dem ALLPRO Akkusystem künftig nutzen.
System für viele Aufgaben
„Professionelle Anwender brauchen nicht nur leistungsfähige Geräte. Sie benötigen Systeme, die viele Aufgaben abdecken, Komplexität reduzieren und Investitionen langfristig nutzbar machen“, erklärt Michael Traub. Genau hier setze ALLPRO an: „Die Allianz mit Kärcher erweitert die Einsatzmöglichkeiten unseres Akkusystem um weitere professionelle Anwendungen und schafft damit einen zusätzlichen Mehrwert im Arbeitsalltag unserer Kunden.“ Dem pflichtet auch Hartmut Jenner bei: Stihl und Kärcher seien zwei Familienunternehmen, deren Erfolg seit jeher auf Innovationskraft und kompromisslosem Qualitätsbewusstsein basiere. „Durch das Zusammenspiel unserer Geräte schaffen wir weit mehr als nur eine technische Lösung: Wir treiben die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran und sichern unseren Kunden so einen entscheidenden Vorsprung.“ Gleichzeitig räumt Jenner ein, dass man die Elektrifizierung der eigenen Profi-Range allein nicht in gleicher Form hätte bewerkstelligen können. Schon in die Adaption der Geräte an das Stihl-Akkusystem hat Kärcher demnach gut 10 Millionen Euro investiert. Weitaus höher lagen die Entwicklungskosten bei Stihl für die ALLPRO Range selbst. Traub bezifferte diese auf einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag.
Fokus auf Profis
Stihl und Kärcher konzentrieren sich mit ihrer Allianz vor allem auf professionelle Anwendungen. Gerade in diesem Segment sieht man Synergien, weil künftig die gleichen Akkus und Ladegeräte sowohl für die Reinigungsgeräte von Kärcher als auch für die Motorgeräte von Stihl genutzt werden können und sich so ein noch breiteres Spektrum an Tätigkeiten durch ein System abdecken lässt. Dabei ist die volle Kompatibilität mit dem bisherigen AP-System gesichert: Auch vorhandene AP-Akkus lassen sich vollumfänglich mit den neuen Kärcher-Akkugeräten nutzen. Diese Flexibilität in Verbindung mit den Leistungsmerkmalen der neuen Akkurange von Stihl soll Anwendern klare Vorteile bringen. Die neuen ALLPRO Akkus mit Tabless-Technologie punkten durch eine hohe Energieausbeute, ein leichtes Gewicht, ultrakurze Ladezeiten und Langlebigkeit.
Neue Plattform
Verfügbar im ALLPRO-System sind Batterien in zwei Technologie-Klassen: Die Basis bilden die Akku-Modelle AP 20.1 und AP 30.1 mit bewährten Standardzellen. Hier wurde lediglich das Design angepasst. Die Akkus AP 100 P, AP 200 P und AP 300 P (Connected) basieren als High-End-Klasse auf der effizienten Tabless-Zellarchitektur. Während Stihl-Kunden bereits mit dem Plattform-Prinzip vertraut sind, ist ALLPRO für Kärcher-Kunden ein gänzlich neues System. Kärcher garantiert aber für bestehende Geräte aus dem bisherigen 18 V Battery Universe weiterhin vollumfänglichen Service und Ersatzteil- und Akkuverfügbarkeit. Auch große Profigeräte von Kärcher auf 80 V Basis sind nicht tangiert. Ebenso wird Stihl weiterhin seine eigenen Hochdruckreiniger bauen, verlautete es am Rande des Events. Man stehe jedoch erst am Beginn der gemeinsamen Allianz – und vieles sei künftig noch möglich und denkbar, auch hinsichtlich der Akkutechnologie und weiterer Partner. Mehr zum Thema lesen Sie in der August-Ausgabe von Motorist .
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