Portrait-Foto von Stefanie Schumm
Stefanie Schumm, Schumm & Vornwald GmbH (Quelle: Schumm & Vornwald GmbH)

Handel & Hersteller 2023-04-11T07:05:30.684Z Wie sich die Sinnhaftigkeit im Motorgeräte-Fachhandel wieder beflügeln lässt

Wie sich die Sinnhaftigkeit im Motorgeräte-Fachhandel wieder beflügeln lässt - diese Frage stellt sich und der Branche Motoristin Stefanie Schumm, Schumm & Vornwald GmbH, in einem Leserkommentar in der April-Ausgabe von Motorist.

Wie sich die Sinnhaftigkeit im Motorgeräte-Fachhandel wieder beflügeln lässt.

Der Vortrag von Jürgen Ruckdeschel auf dem Motoristen-Kongress in Frankfurt am 11. Februar hat mich sehr angesprochen. Womöglich allerdings etwas anders, als von ihm beabsichtigt. Denn im Rahmen seiner Ausführungen zum Thema Lokale Stärke kam die Rede u.a. auf das Thema Sinnhaftigkeit. Und das ist für mich zentral. Die Frage nach der „Sinnhaftigkeit“ beschreibt ganz klar ein Spannungsfeld in unserem täglichen Tun! Gerade für uns Praktiker, die wir für unsere Sortimente brennen - ähnlich wie Herr Ruckdeschels Stiefsohn für Fahrräder, wie er uns ja wissen ließ - sind die aktuellen bürokratischen Vorgaben seitens der Behörden, aber auch der Hersteller, oftmals ein großer Klotz am Bein. Das empfinde offenbar nicht nur ich so, sondern auch andere Kollegen, die das Thema in Frankfurt noch mit der Industrie diskutiert haben. Sowohl aus meinen eigenen Gesprächen vor Ort, aber auch nach dem, was ich von Händlerkollegen höre, scheinen die Hersteller-Vertreter unsere Anmerkungen und Anregungen vom Kongress-Wochenende mitgenommen zu haben. Das fasse ich positiv auf und hoffe auf eine Verbesserung der aktuellen Situation und Herausforderungen!

Was ich mir wünsche? Dass ich z.B. bitte mehr Zeit für meine Kunden verwenden kann, statt auf aufwendige Konditionensysteme o.ä. Das macht doch durchaus Sinn! Auch möchte ich, bzw. da führt für mich als seriöser Fachhändlerin kein Weg daran vorbei, dem Kunden das Gerät verkaufen, welches optimal zu seinen Bedürfnissen passt - und nicht jenes, welches mir mein Lieferant unter Umständen aufs Auge drückt oder das bei mir zu lange auf Lager liegt.

Die Hersteller mögen bitte auf die einzelnen Regionen schauen und uns Händlern mit unserem Know-How überlassen, was für uns und unsere Kundschaft – und damit langfristig auch für sie - „Sinn macht!“ Ich rede nicht davon, Produkte als „Anschauungs- oder Abschreckungsobjekt“ für den Kunden bereit zu halten, um ihn perfekt beraten zu können, sondern vom Druck zu Sortimentserfüllungen in Stückzahlen!

Wichtig finde ich, in Fragen wie diesen im Gespräch zu bleiben: Wenn ich heute keine konstruktive Kritik mehr anbringen darf, dann frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit unsere Partnerschaft! Und ich denke, unsere direkten Ansprechpartner in der Industrie sehen das genauso! Das jedenfalls ist mein Eindruck vom Motoristen-Kongress, wo Fragen wie diesen Zeit und Raum gegeben wurde. Nur wenn wir verstehen und darüber reden, welche Maßnahmen welchen Zweck erfüllen sollen, und die Sinnhaftigkeit bzw. die Erreichbarkeit gewünschter Ziele hinterfragen und diskutieren, können wir gemeinsam daran arbeiten. Damit dann hoffentlich für alle Seiten ein erfolgreiches Business daraus hervorgehen kann.

Wir sind keine Konzerne, sondern Fachhandelsbetriebe unterschiedlicher Größe. Aber alle sehr motiviert und kompetent, gerade auch im Hinblick auf die Werkstätten und den Service, da steckt Erfahrung drin! Gerade in Zeiten fehlender Fachkräfte sollte hierauf das Augenmerk liegen. Ich wünsche mir Systeme, mit denen durch die Bank alle Fachhändler Unterstützung erfahren, statt solcher, die für den einen oder anderen Betrieb Vorteile bringen, für andere Unternehmen aber große Nachteile und schlicht Zeiträuber sind. Es braucht für die Zukunft Motivation, nicht Demotivation - für die Verbindung Fachhändler-Hersteller genauso wie für die Konstellation Mitarbeiter-Fachhändler!

Stefanie Schumm, Schumm & Vornwald GmbH

zuletzt editiert am 12. April 2023
Newsletter