Die SVG, hier beim Treff 2016, hat sich aufgelöst. Einen Verein von Sabo-Händlern soll es vorerst auch nicht wieder geben. Stattdessen setzt das Sabo-Management auf neue Formen der Zusammenarbeit. Quelle: RM-Handelsmedien
SVG 2016 Quelle: RM-Handelsmedien

Handel & Hersteller

16. July 2021 | Teilen auf:

Sabo bringt Händler an runden Tisch

Im Zuge der Neuausrichtung von Sabo hat sich die Sabo Vertragspartner Gemeinschaft (SVG) Ende Juni per Mitgliederbeschluss aufgelöst. Eine Absage an die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Gummersbacher Management und dem Fachhandel bedeutet dies jedoch nicht.

Dies ließ die Geschäftsführung von Sabo am 15. Juli gegenüber Motorist verlauten. Demnach erfolgte die formelle Auflösung der SVG im gegenseitigen Einvernehmen. Bereits Anfang Juni hatte der SVG-Beirat den Mitgliedern in einem Schreiben nach wie es hieß „sorgfältigen internen Beratungen“ die Auflösung des Vereins nahegelegt. Motorist berichtete hierzu bereits. Insofern war der nun endgültige Beschluss reine Formsache. Viel interessanter ist hingegen, wie es im Dialog von Sabo und dem Fachhandel künftig weitergeht.

Mehr Flexibilität

Die neue Sabo-Führung setzt allem Vernehmen nach auf Flexibilität. Seit das Gummersbacher Unternehmen im September 2020 vom John Deere Konzern an das Beteiligungsunternehmen Mutares SE & Co. KGaA überging und seither als dessen Tochter fungiert, sei ein tiefgreifender Veränderungsprozess angestoßen worden, der größtenteils erfolgreich habe abgeschlossen werden können, so das offizielle Statement. So habe Sabo sich „in den letzten Monaten trotz großer, vor allem externer Herausforderungen in den internationalen Beschaffungsmärkten, wesentlich effizienter, schneller und flexibler aufstellen können“. Fatmir Veselaj, der die Geschäfte von Sabo derzeit im Auftrag von Mutares verantwortet, ließ jedoch auch durchblicken, dass eine flexiblere Form der Zusammenarbeit zwischen Sabo und dem Fachhandel angesichts veränderter Marktbedingungen und der Notwendigkeit zu schnelleren Entscheidungen geboten ist.

Reaktion auf Marktbedingungen

Auf diesen Flexibilitätsanspruch soll nun auch die Auflösung der SVG einzahlen. Denn neben internen Veränderungen bei Sabo bleibt die Neuausrichtung der Zusammenarbeit mit dem Fachhandel zentrales Thema. Diese sei zuletzt aktiv vorangebracht worden. Nicht nur Veselaj unterstreicht, in Zukunft weiter in diese Partnerschaft investieren zu wollen. Auch Sabo-Vertriebschef Peter Nortmann beschreibt die „bisherige formelle Struktur eines Vereins mit tendenziell längeren und aufwendigen Prozessen“ als „eher hinderlich“. Nicht zuletzt, weil die Geschwindigkeit in der Umsetzung und regionale Adaptionsmöglichkeiten immer wichtiger würden: „Wir merken alle, dass die Anforderungen in unserem Geschäft massiv zunehmen. Gemeinsam mit dem Fachhandel wollen wir die Zukunft aktiv gestalten und nicht nur Bestehendes verwalten. Hierauf freuen wir uns und blicken gemeinsam mit unseren Handelspartnern positiv in die Zukunft“, so seine Zusage. Konkret habe man bereits während der letzten Mitgliederversammlung vielversprechende Ideen diskutiert, welche in zielgerichteten Aktivitäten zeitnah umgesetzt werden könnten. 

Runder Tisch mit Händlern

Wie dies im Detail aussehen könnten, lässt er ebenfalls durchblicken: „Die Organisation von regionalen Veranstaltungen zur Produktpräsentation und Sicherstellung des bestmöglichen Informationsflusses zwischen Marke und Händlern zum Start der neuen Saison ist bereits in Planung. Gemeinsame Marketingaktivitäten im regionalen Umfeld und die Unterstützung des Fachhandels in Richtung immer wichtiger werdender hybrider Distributionsansätze werden kurzfristig umgesetzt werden.“ Des Weiteren sei die Einführung eines „runden Tisches“ mit wechselnden Vertretern des Fachhandels und der Marke geplant. „Dies wird unseren kontinuierlichen Austausch abseits vom Tagesgeschäft zusätzlich unterstützen“, so Nortmann.

Liquidationsphase der SVG eingeleitet

Was die ehemalige SVG rein formell angeht, begibt diese sich nun in die Liquidationsphase. Betreut wird der Prozess federführend von Gabriele Breustedt, die den ehemaligen SVG Mitgliedern aus ihrer langjährigen Arbeit für den Verein bekannt sein dürfte. Bereits zum 1. Juni ist Breustedt hierfür in das Innendienst-Team von Sabo gewechselt. „Die Auflösung der SVG geschieht nach sehr konstruktiven Diskussionen in gutem Einvernehmen mit der Sabo Maschinenfabrik GmbH als Partner der SVG“, versichert Veselaj. Im Namen des Unternehmens sprach er dem Beirat der SVG und ihren Mitgliedern seinen Dank „für die exzellente Zusammenarbeit und den großen Einsatz während der vergangenen Jahre“ aus. Gemeinsam werde man nun neue Wege gehen. Laut Veselaj unterstreicht auch der personelle Wechsel von Gabriele Breustedt die angestrebte Kontinuität in der Zusammenarbeit mit dem Fachhandel, „auch ohne den formellen Rahmen der Vereinsorganisation oder auf Bewährtes zu verzichten.“