Stiga GmbH in Straelen (Quelle: Onusseit)
Stiga GmbH in Straelen (Quelle: Onusseit)

Handel & Hersteller

07. January 2022 | Teilen auf:

Stiga zieht die Preise an

In einem Schreiben an den Handel hat Stiga seine Partner Mitte Dezember über bevorstehende Preissteigerungen informiert. Betroffen von den zum Teil erheblichen Aufschlägen sind vor allem Benzinprodukte.

Motorist hat bei Stiga-Geschäftsführer Volker Welzenbach nachgefragt. Denn noch im September hatte dieser bei einem mehrtägigen Händlerevent in Bad Hersfeld versprochen, dass die Straelener nach diversen Anhebungen in 2021 ohne weitere Preisveränderungen in das Jahr 2022 gehen möchten und alles dafür tun. Heute muss der Manager einräumen, dass die aktuelle Dynamik am Beschaffungsmarkt sowie die Preis- und Kostenentwicklung diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. „Bedingt durch die immer extremere Entwicklung in den europäischen und globalen Lieferketten hat sich die Stiga Gruppe dazu entschieden, die Preise von ausgewählten Produkten weltweit an die Marktgegebenheiten zum 01.01.2022 anzupassen“, heißt es in seiner Erklärung. Dass er damit seine eigene Aussage vom Spätsommer konterkariert, bedauert Welzenbach selbst. Man habe der Lage Tribut zollen müssen, sagt er.

Beschaffungs- und Inflationsrisiken

Demnach machen sich in den ohnehin straffen Konditionen nun auch noch Inflationsrisiken bemerkbar. Immerhin, betont der Stiga-Geschäftsführer, habe der Fachhandel im Rahmen des zum 10. Dezember abgeschlossenen Frühbezugs noch zu den alten Preisen bestellen können und davon auch intensiv Gebrauch gemacht, wofür er den Händlern danke. Allerdings hatte Stiga bereits 2021 mehrfach die Preise zum Beispiel bei Rasentraktoren angehoben. Stabil halten konnte man aktuell hingegen die EPower Akku Produkte. Auch die Verfügbarkeit sieht Stiga hier bislang gesichert.

Generelles Problem

Zu befürchten ist, dass Stiga mit der Preisjustierung am Markt nicht alleine bleibt. Auch anderen Lieferanten machen Lieferrisiken und die Inflation zu schaffen. Fraglich ist, wie gut der Handel den Aufwärtstrend bei den Preisen nachhaltig umsetzen und für sich nutzen kann. Grundsätzlich könnte man es als Vorteil sehen, wenn die Wertigkeit der Ware im Bewusstsein der Verbraucher steigt. Fraglich ist nur, wo die kritische Schwelle erreicht ist, an der Preisvorsprünge ausgehebelt werden, weil die Differenz zur bekannteren und teureren Marke schwindet. Im Falle von Stiga beruhigt Welzenbach: Trotz des neuen Preisaufschlags biete man noch immer wettbewerbsfähige Perspektiven, sagt er. Die Händler sehen das nicht unbedingt so. Auch der derzeit geltende Frachtaufschlag von 95 Euro pro Maschine bei Rasentraktoren lässt den preislichen Wettbewerbsvorteil aus deren Sicht schwinden.

Das sagen andere Hersteller

Branchenkollege Thomas Hoffmann von Al-Ko gibt sich derzeit noch zuversichtlich, die Preise stabil halten zu können: "Stand heute werden wir keine weiteren Preiserhöhungen umsetzen. Die Frühbezüge werden zu den vorgestellten Konditionen und Preisen ausgeliefert. Jedoch beobachten und analysieren auch wir die Preisentwicklungen im Logistikmarkt und bei Rohstoffen. Sollte sich die Entwicklung weiter zuspitzen, können wir nicht ausschließen, dass es auch bei Al-Ko zu Anpassungen kommen könnte", heißt es aus Kötz. Die Handelspartner würden dann jedoch frühzeitig und transparent informiert.

Ähnlich Sabo: Nach kräftigen Preissprüngen von durchschnittlich 13 bis 15 Prozent zum Beginn des Frühbezugs im November 2021 möchten die Gummersbacher ihren Handelspartnern und Kunden keine neuerliche Preiserhöhung zumuten und hoffen, diese Zusage auch halten zu können.

zuletzt editiert am 12.01.2022