Vier Männer und eine Frau vor einer Solaranlage auf dem Dach der Bohnenkamp AG
Hannes Quast, Leiter Unternehmensservice der Wirtschaftsförderung Osnabrück und Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter mit Bohnenkamp-Vorstand Michael Rieken und Bohnenkamp-Logistikleiter Thomas Kettler vor der erweiterten Solaranlage der Bohnenkamp (von links) (Quelle: Christa Henke)

Handel & Hersteller

17. November 2022 | Teilen auf:

Bohnenkamp verdoppelt Photovoltaikanlage

Der Reifengroßhändler Bohnenkamp setzt weiter auf regenerative Energie und baut seine Photovoltaik-Kapazitäten aus. Auf mehr als 20.000 qm Dachfläche erzeugt das Osnabrücker Unternehmen zukünftig mehr als 50 Prozent der benötigten Strommenge selbst.

Die ersten 10.000 qm Photovoltaik-Paneele hat die Bohnenkamp AG an ihrem Hauptsitz in Osnabrück bereits 2020 installiert. Schon damals handelte es sich bei der Anlage um die größte im Osnabrücker Stadtbereich. Nun wurde die Kapazität verdoppelt. Ab sofort stehen 20.000 qm Solarmodule für eine CO2-neutrale Energiegewinnung zur Verfügung. Insgesamt 1,5 Mio. Euro hat Bohnenkamp für den zweistufigen Aufbau der Anlage in die Hand genommen. Dank dieser Investition spart der Großhändler nun pro Jahr mehr als 150 Tonnen CO2 ein. Nach Inbetriebnahme der Erweiterung Anfang Dezember werden die mehr als 4.000 Module jährlich rund 1.4 Mio. Kilowatt Strom produzieren können. Das entspricht mehr als die Hälfte des am Standort benötigen Strombedarfs. Rund 70 Prozent der erzeugten Energie wird das Unternehmen unmittelbar selbst verbrauchen. Aktuell plant man die Errichtung eines eigenen Energiespeichers. Bis dahin wird der überschüssige Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Umweltverträglich ist auch der Standort der Anlage, für den keine zusätzlichen Flächen versiegelt oder verbraucht wurden. Sie befindet sich in 15 Metern Höhe auf den weitläufigen Dächern der Bohnenkamp-Logistikhallen.

100 Prozent Eigenenergie angestrebt

„Unser Ziel ist es, unseren Standort in Osnabrück aus eigener Kraft und ohne den Handel mit Zertifikaten klimaneutral zu betreiben“, erklärte Michael Rieken, Vorstand der Bohnenkamp Unternehmensgruppe. Dabei wird das Unternehmen vom TÜV Rheinland unterstützt. Erstmals hat die Organisation die unternehmerische CO2-Bilanz, den so genannten Corporate Carbon Footprint, für das Jahr 2021 unter die Lupe genommen und sämtliche relevanten Treibhausgas-Quellen identifiziert und beziffert. Seither dient der TÜV-Befund Bohnenkamp als Benchmark und Planungsgrundlage für weitere Nachhaltigkeitsbestrebungen. Schon 2016 hat Bohnenkamp für den Neubau seines Verwaltungsgebäudes eine Erdwärmeheizung angeschafft. Diese Investition rentiert sich gerade jetzt. Zudem hat Bohnenkamp fast sämtliche Lagerflächen und den gesamten Verwaltungstrakt mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln ausgestattet und so seinen Energieverbrauch spürbar verringert. Aktuell wird geprüft, inwieweit auch die verbleibenden Dachflächen für die Energiegewinnung genutzt werden können, und wie durch zusätzlich Speicher und ein intelligentes Lademanagement der über 100 Gabelstapler eine vollständige Eigenversorgung durch Solarstrom erreicht werden kann.

zuletzt editiert am 17.11.2022