Statue vor einem chinesischen Tempel
Quelle: Pexels/Magda Ehlers

Handel & Hersteller 2022-04-04T10:47:06.932Z Deutsche Firmen wollen sich von China unabhängiger machen

Fast die Hälfte der deutschen Industrieunternehmen ist derzeit auf wichtige Vorleistungen aus China angewiesen. Laut Ifo-Institut wollen viele diese Abhängigkeit verringern und ihre Bezugsquellen stärker diversifizieren.

„Die Bestrebungen deutscher Unternehmen könnten durch die deutsche und europäische Handelspolitik wirkungsvoll unterstützt werden“, sagt Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. „Es wäre wünschenswert, wenn sich die Bundesregierung auf EU-Ebene mit Nachdruck für eine zügige Ratifizierung des Handelsabkommens mit den Mercosur-Staaten und für die Modernisierung des Handelsabkommens mit Mexiko für Deutschland einsetzte. Auch den Verhandlungen der EU über Abkommen mit Australien oder Indien sollte eine hohe politische Bedeutung eingeräumt werden.“ Auf diese Weise könnten europäische Unternehmen schnell einen verbesserten Marktzugang für diese Länder erhalten und somit die Zahl der Bezugsquellen vergrößern.

Abhängigkeit vom Reich der Mitte

China nehme als Zulieferer und Absatzmarkt für Deutschland eine wichtige, aber keinesfalls beherrschende Rolle ein. Das zeige sich, wenn man direkte und indirekte Wertschöpfungsverflechtungen berücksichtige, schreibt Flach in einer Analyse. „Allerdings ist Deutschland bei mehreren spezifischen Industriegütern und Rohstoffen abhängig von China.“

„Wenn sich Deutschland abrupt von der chinesischen Wirtschaft abkoppelt, würden spezifische und wichtige Lieferketten unterbrochen. Deswegen ist es notwendig, sich verstärkt um Diversifizierung bei kritischen Gütern und Rohstoffen auf europäischer Ebene zu bemühen“, sagt Co-Autor Andreas Baur. „Die EU-Länder sollten mit größtmöglicher Geschlossenheit gegenüber Peking auftreten. Das wird für die Zukunft der Handelsbeziehungen mit China entscheidend sein.“

zuletzt editiert am 05. Mai 2022
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