Container Schiff Seefracht (Quelle: Pexels/Martin Damboldt)
Quelle: Pexels/Martin Damboldt

Handel & Hersteller

11. January 2022 | Teilen auf:

Wieder Lockdowns in China

Wieder gibt es Lockdowns in China. Aus Sorge vor der Omikron Variante drosselt nun die dritte Millionenstand das öffentliche Leben, darunter auch die Hafenstadt Tianjin nahe Peking. Die Motorgeräte-Lieferanten sind noch zuversichtlich. Sorge bereiten Gerüchte um gedrosselte Liefermengen bei Motoren.

Nach aktuellen Medienberichten befinden sich derzeit rund 20 Millionen Chinesen im Lockdown. Betroffen von einem kompletten Lockdown sind die Städte Anyang mit 5,5 Millionen Bürgern, Yuzhou mit 1,1 Millionen Bürgern und Xi`an mit 13 Millionen. In der 14-Millionen Metropole Tianjin, die auch eine wichtige Hafenstadt ist, gilt ein Teil-Lockdown. Ob und welche Auswirkungen dies auf die Lieferketten haben wird, ist derzeit nicht abzusehen. Jedoch dürfte sich die Lage aufgrund der grundsätzlichen Situation vorerst nicht so schnell entspannen, wie von vielen erhofft.

Aktuelle Liefersituation

Motorist hat bei einigen Lieferanten nachgefragt, wie es auch ganz unabhängig von der chinesischen Situation um deren Liefersituation bestellt ist.

„Momentan keine Hiobsbotschaften“, heißt es bei Sabo. Demnach sehen sich die Gummersbacher trotz sehr guter Auftragslage aktuell noch auf der sicheren Seite, wenngleich Geschäftsführer Peter Nortmann mit Blick auf die allseits fragile Situation einräumt: „Das Schiff ist erst da, wenn es da ist.“

Bei Al-Ko kann die Produktion nach eigener Aussage derzeit auf Hochtouren laufen. Ohnehin ist das Unternehmen durch überwiegend europäische Produktion etwas weniger von den Turbulenzen in den Lieferketten, zumindest bei Fertigware, betroffen.

Bei Echo ist man ebenfalls zuversichtlich: „Derzeit gehen wir von keinen größeren Engpässen aus“, erklärt Geschäftsführer Andreas Beck. Bereits im Juli und August seien die Planmengen für die gesamte Saison 2022 in Zusammenarbeit mit Japan abgestimmt worden. Nachfrageschwankungen und Schwierigkeiten bei den Transportwegen könnten trotzdem eine gewisse Unsicherheit mit sich bringen.

Engpass bei Motoren?

Einen Engpass könnte es Branchengerüchten zufolge bei Motoren geben. So wird kolportiert, dass Honda Mengen drosselt. Nach den Erfahrungen, die zum Beispiel Husqvarna im vergangenen Jahr mit Briggs & Stratton gemacht hat, bleibt dies nicht unbeachtet. Im September zogen die Schweden in den USA sogar gegen den Motorenhersteller vor Gericht, weil dieser Lieferzusagen gekürzt hatte. Lachender Dritter in dem Verteilungsspiel dürfte ironischerweise ein Chinese sein. Immer häufiger finden sich in Motorgeräten, die im deutschen Markt gehandelt werden, Motoren von Loncin. Nicht nur Stiga und Husqvarna verbauen diese. Auch Sabo hat seine Bezugsquelle neben Briggs & Stratton um das Fabrikat erweitert.

zuletzt editiert am 21.01.2022