Im Fall der Endress-Insolvenz zeichnet sich eine realistische Chance auf Rettung ab. Mehrere Investoren sind an der Übernahme von Filialen interessiert, darunter ein Großinvestor.
Dies erfuhr Motorist am zweiten April auf Nachfrage bei der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner. Die hierzulande führende Unternehmensberatung für Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum wurde von dem im Verfahren Endress durch das Insolvenzgericht Stuttgart bestellten, vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Tibor Daniel Braun offiziell mit der Investorensuche betraut. Auch zuvor war Philippe Piscol, Partner bei W&P in Stuttgart, bereits in dieser Richtung aktiv. Schon frühzeitig, zirka zwei Wochen vor dem Insolvenzantrag, hatte die Pluta Rechtsanwalts GmbH, die die Endress-Gruppe seinerzeit im Rahmen des Rettungsschirmverfahrens begleitete und bei der Insolvenzeröffnung als Verfahrensbevollmächtigte auftrat, W&P in deser Sache eingeschaltet. „Wir sind seither in sehr gutem Austausch mit Investoren, die an der Übernahme von einer oder sogar mehreren Filialen interessiert sind“, erklärte Piscol gegenüber Motorist. Demnach hat ein Großinvestor Interesse an mehreren Standorten signalisiert. Weitere Einzelinvestoren interessierten sich ebenfalls für ausgewählte Standorte. „Es ist natürlich nicht sicher, dass alle Filialen der Endress-Gruppe erhalten bleiben“, räumt Piscol, der ein ausgewiesener Fachmann für den Kauf und Verkauf von Unternehmen in Sondersituationen und Insolvenzen ist, ein. Doch stünden die Zeichen für im Bestfall etwa 80 Prozent der Standorte gut. Konkret ist man schon heute optimistisch, zehn bis 14 Standorte weiterführen zu können. „Der Name Endress wird bleiben“, versichert der Übernahmeexperte, wenn auch unter neuer Führung und Struktur. Finale Ergebnisse erwartet Piscol bereits im Laufe des Monats, da das Investor-Verfahren per Ende April abgeschlossen sein muss.
Gute Vorzeichen
Bis dahin bleibt es vor allem für die rund 220 Mitarbeitenden spannend, die an den 17 Standorten von Endress und Endress Bayern beschäftigt sind. Doch auch hier sieht Philippe Piscol gute Vorzeichen. Insbesondere Endress Bayern sei nicht gefährdet, sagt er. Auch geht der Unternehmensberater davon aus, dass im Rahmen der sich andeutenden Übernahmen ein Großteil der Mitarbeitenden übernommen wird. Insgesamt sieht er das Verfahren in guten Händen. So ist auch Insolvenzverwalter Dr. Tibor Daniel Braun von der Kanzlei IBK Illig Braun Kirschnek in Stuttgart ein namhafter und ausgewiesener Experte auf seinem Gebiet.
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