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Katharina Onusseit (Quelle: Fotostudio Balsereit)

Motorist kontrovers: Aktionsrabatte 2024-04-03T07:51:01.091Z Punkten durch Rabatte - reicht das?

Aktionsrabatte gab es im Motoristen-Fachhandel ja immer schon. In diesem Frühjahr zeigt sich die Industrie allerdings besonders spendabel, nicht immer zum Wohlwollen ihrer Vertriebspartner. Doch vor allem sind die Fabrikate selbst unter Zugzwang. Denn der Wettbewerb, gerade um die lukrative Akku-Kundschaft, ist in vollem Gang. Der Markt insgesamt wird aggressiver. Aber wohin führt das Aktionstreiben letzten Endes?

„Solange Vorrat reicht“, diese Randnotiz liest man dieser Tage im Gartentechnik-Fachhandel vermehrt. Kaum ein namhaftes Fabrikat, das nicht in Cashback- oder Zugabe-Aktionen eingestiegen ist, vor allem in der Vermarktung von Akkuprodukten. Ob Al-Ko, Cramerr, Husqvarna, Kress/Positec, Pellenc, Stiga oder Stihl, man scheint sich zum Teil regelrecht überbieten zu wollen: Zweiter und sogar dritter Akku kostenlos dazu? Kein Thema!

In jedem Fall wird deutlich: Wer nicht mitmischt, läuft Gefahr, sich das gerade im professionellen Sektor wichtige Entree zu vergeben. Denn die Zeit ist reif. Aktuell wird auf immer mehr Bauhöfen sowie im gewerblichen Bereich umgedacht und die Entscheidung für ein Akkusystem bindet nun mal auf Jahre. Dazu kommen hohe Lagerbestände, im Handel ebenso wie bei der Industrie. Auch im Consumer-Bereich können Verbraucher daher dieser Tage absahnen. Und Benzingeräte müssen ohnehin vom Hof, was hier zum Teil ebenfalls satte Rabatte erklärt. „Solange Vorrat reicht“ kann so, wenn die Bestände hoch sind, eben auch schnell mal zur Crux werden.

In der Händlerschaft sind die Reaktionen geteilt. Während die einen den Preisverhau verdammen oder zu Recht beklagen, dass sie eingekaufte Ware oder Akkus bis Ende Juni oder Juli - sprich die Saison über - an Lager halten um sie nicht rabattiert abgeben zu müssen, freuen sich andere über neue Kundschaft. „Das lockt so manchen interessanten Kunden aus dem Verborgenen“, teilte sich ein Händler gegenüber Motorist hierzu mit. Und tatsächlich sind viele der Aktionen auf den Abschluss im stationären Geschäft ausgelegt, was zunächst ja mal die Frequenz und Verkaufsrate steigern kann.

Brisant wird das Ganze, wenn der Rabatt zur Regel wird. Etwa wie bei der Kress Sonderaktion für Prosumer-Akkus. In deren Rahmen erhalten Kunden beim Kauf eines entsprechenden 60V Akkus noch das ganze Jahr 2024 hindurch einen zweiten Akku gratis hinzu. Negativ tangieren dürfte dies die Kress-Fachhandelspartner aufgrund des Kommissionsmodells kaum. Die Nachlass-Spirale wird jedoch weiter angeheizt und der Druck auf andere Fabrikate wächst. Auch Pellenc sagt Kunden, die im Fachhandel ein Gerät des Fabrikats inklusive Akku kaufen, den zweiten baugleichen Akku kostenlos zu und beim Kauf von zwei Pellenc-Akkus den dritten. Ein Aktionsende ist hier für den 31. Mai 2024 definiert. Die Offerte gilt „solange Vorrat reicht“. Das kann dauern. Gut möglich also, dass der Umstand persistiert. Ob das alles zum Erfolg führt, dürfte allerdings dahingestellt sein. Unterm Strich treiben übermäßige Aktionsrabatte vor allem den Preisverfall voran. Schlimmstenfalls auch über die Marke „solange Vorrat reicht“ hinaus.

Und hier ist Ihre Meinung gefragt: Wie gehen Sie mit dem Rabatt-Thema um? Schreiben Sie mir gerne unter k.onusseit@rudolf-mueller.de

zuletzt editiert am 09. April 2024
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