Christina und Karolina Kässinger
Christina und Karolina Kässinger (Quelle: Kässsinger)

Handel & Hersteller

25. February 2022 | Teilen auf:

Generation Yes: Christina und Karolina Kässinger

Generation Yes In dieser Serie stellt Motorist Nachwuchsunternehmer/innen im Motorgeräte-Handel vor, die das Motoristen-Business für sich entdeckt haben und den Willen mitbringen, den Markt zu gestalten. Diesmal im Porträt: die Schwestern Christina und Karolina Kässinger.

Christina Kässinger, 24 #Masterstudentin International Business #Digitalisierungsfan #Verhandlungsprofi #Gesellschafterin 3. Generation Maschinen Kässinger // Karolina Kässinger, 26 #Master of Engineering #Maschinenfan # Technikexpertin #Gesellschafterin 3. Generation Maschinen Kässinger // #gemeinsam: Dreamteam - auch auf dem Tanzboden

Wer die Schwestern Christina und Karolina Kässinger zusammen erlebt, der versteht schnell: Hier ist echte Frauenpower am Werk. Geschlechter- und Altershürden sind für die beiden jungen Frauen ohnehin kein Thema. Top ausgebildet, klug und selbstbewusst führen sie gemeinsam mit ihrer Mutter Magdalena den in dritter Generation bestehenden familieneigenen Landmaschinen, Kommunal & Motorgerätehandel Maschinen Kässinger in Schwanau - seit Anfang des Jahres auch ganz offiziell als Gesellschafterinnen. Was sie besonders stark macht, ist ihr ausgeprägter Familiensinn. Schon im Rollkunstlauf waren die Schwestern als Kinder nicht zu stoppen. Heute ist der Anspruch nach Leistung für sie ebenso wenig ein Problem. Im Gegenteil scheut das fröhlich charmante Duo weder Markterfordernisse noch Verantwortung.

Das sagt Christina Kässinger über ihre Schwester Karolina: „Karolina ist ein echtes „Käpsele“, wie wir hier sagen. Ihr riesiger Fundus an Wissen und die charismatische Art und Weise, wie sie es teilt, ist beeindruckend. Egal, was man sie fragt, sie kann immer folgen und findet eine Lösung – nicht umsonst liegt ihr der Gerätevertrieb.“

Das sagt Karolina Kässinger über ihre Schwester Christina: „Mich beeindruckt ihre Geduld und Beratungskunst gegenüber Kunden. Es ist absolut faszinierend, wie diese fast schon an ihren Lippen hängen, wenn sie etwas erklärt. Dazu ist sie unglaublich klug, zuverlässig und korrekt – perfekt, wenn es um Angebote und Verträge geht.“

Liebe Christina Kässinger, liebe Karolina Kässinger, es kommt nicht oft vor, dass man gleich zwei Generation Yes Testimonials auf einmal gegenübersitzen hat, noch dazu Schwestern, die sich beide entschieden haben, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. War das immer so geplant, bzw. Ihr Wunsch?

C. Kässinger: Eigentlich schon. Natürlich wollten wir beide uns während und nach dem Studium auch mal woanders umsehen, aber grundsätzlich bestand schon der Wunsch, das hier einmal weiterzuführen. K. Kässinger: Unsere Eltern haben uns nie gedrängt, in den Betrieb einzusteigen. Im Gegenteil hatten wir die freie Wahl. Aber es fiel uns nicht schwer, auch, weil unsere Eltern den Betrieb immer topaktuell gehalten und investiert haben. In diesem Sinne möchten wir das Geschäft weiter entwickeln.

Das hat ja leider auch einen traurigen Hintergrund: 2018 ist Ihr Vater verstorben. Hat das Ihre Entscheidung beeinflusst?

K. Kässinger: Ich wollte gerade mein Masterstudium beginnen. Christina war gerade im Praxissemester bei Stihl.
C. Kässinger: Abbrechen wäre für uns nicht infrage gekommen. Ebenso wenig, nicht im Geschäft zu unterstützen. Damit wurde das Studium für uns beide zum Nebenjob.

Seit Anfang des Jahres sind Sie beide auch offiziell Gesellschafterinnen neben Ihrer Mutter. Sie haben zudem zwei weitere Mitarbeiter. Das bedeutet eine Menge Verantwortung. Wie gehen Sie damit um?

C. Kässinger: Man wächst mit der Herausforderung und den Erfahrungen und eignet sich Expertenwissen an. Aber wir sind beide offen für Neues und Veränderung. Und wir haben ja auch noch unsere Mutter mit ihrer langjährigen Erfahrung, die auch noch die seltensten Maschinen und Fabrikate kennt.

Wie teilen Sie die Arbeit auf? Hat jede ihre eigene Zuständigkeit?

K. Kässinger: Natürlich hat jede von uns Aufgaben, die besonders gut passen. Im Grunde aber muss jeder alles können. Den Verkauf und auch die Installation von Robotermähern übernehmen wir beide. Auch Entscheidungen treffen wir und unsere Mutter immer gemeinsam – und profitieren dabei von der Mischung aus Erfahrung und frischem Wind.

Was sehen Sie aktuell als die größte Herausforderung in Ihrer Branche?

Beide: Mit Sicherheit die Digitalisierung. Nicht nur, um den Kunden ein Kauferlebnis zu bieten, sondern auch, um Alltagsarbeiten effizienter abzuwickeln und Zeit zu sparen und das richtig. Ein Tablet zur Reparaturannahme ist für uns noch keine Digitalisierung. Vielmehr muss jeder Schritt der Wertschöpfung abgebildet sein.

Was ist ihr größter Anspruch im Tagesgeschäft?

C. Kässinger: Das Kauferlebnis unserer Kunden: Die Produkte, die wie handeln, sind austauschbar - die Marke und der Service, den wir repräsentieren, jedoch nicht. Das müssen wir dem Kunden vermitteln. Unser Anspruch ist es, einen top Service zu bieten. Dazu gehören individuelle Beratung und Lösungen, Zuverlässigkeit und eine hohe Qualität des Werkstattservices. Daran arbeiten wir alle gemeinsam, unsere Servicetechniker, unsere Mutter und wir.

In welchem Bereich sehen Sie besondere Chancen oder wollen ihn vorantreiben?

K. Kässinger: Vor allem wollen wir unsere Dienstleistungen weiter ausbauen. Nicht nur, um den Kunden ein Kauferlebnis zu bieten, sondern auch, um Alltagsarbeiten effizienter abzuwickeln und Zeit zu sparen und das richtig. Der Webshop der Sümo, mit dem wir in diesem Jahr gestartet sind, ist nur ein Beispiel. Auch das Thema smarte und präventive Services sowie Flottenmanagement beschäftigt uns. Da lässt sich einiges drumherum spinnen. Das alles werden wir Step by Step angehen.

Was reizt Sie ganz persönlich an ihrer Rolle?

Beide: Wir wissen, was wir an unserem Betrieb und unserer Branche haben. Das bedeutet einerseits viel Arbeit. Sich immer wieder auf neue Dinge und Kunden einstellen zu müssen und zu dürfen macht es aber auch sehr abwechslungsreich. Wir haben viele Freiheiten, wo sonst Hierarchie ist.

Und ihr größter Wert als Unternehmerinnen?

Beide: Unser Erfolg entsteht in Teamarbeit. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels möchten wir junge Menschen für den Fachhandel und das Handwerk begeistern. Nicht nur als Kunden, sondern insbesondere auch als Mitarbeiter.

zuletzt editiert am 27.05.2022