Oliver Specht (Quelle: privat)

Handel & Hersteller

18. August 2022 | Teilen auf:

Generation Yes: Oliver Specht

Weiter geht es mit der Zukunftsserie von Motorist zur Generation Yes. Diesmal im Portrait: Oliver Specht.

Oliver Specht, 22 #Einzelhandelskaufmann #Bachelor Betriebswirtschaft #Trainertalent #“untypischer“ aber leidenschaftlicher Ostfriese #5. Generation Specht Reepsholt e.K.

Keine Frage, Oliver Specht hat Energie – und die reicht nicht nur für seinen Job. Auch die Kinder im örtlichen Trampolinverein profitieren von seinem Elan als Coach, ebenso die Partygänger, für die er im Club oder auf Privatfeiern regelmäßig auflegt. Wer glaubt, dies täte der Performance des Nachwuchsunternehmers im elterlichen Betrieb Abbruch, wird schnell belehrt: Denn auch Oliver Specht ist es, der am Interviewtag mit Motorist in der neuerdings (übrigens auf seine Initiative) eingeführten, anderthalbstündigen Mittagspause vor Ort die Stellung hält und zwischen Frage und Antwort äußerst sympathisch Kunden bedient, bei denen sich der mittägliche Ladenschluss noch nicht rumgesprochen hat. Schwer fällt ihm das nicht, denn der Youngster liebt seine Tätigkeit ebenso wie Heimat, Familie und die ostfriesische Kundschaft.

Herr Specht, wie lange sind sich schon im elterlichen Betrieb und in welcher Funktion?

O. Specht: Hauptberuflich angestellt bin ich jetzt seit einem Jahr, und zwar in der offiziellen Funktion als Abteilungsleiter für Weber Grills und E-Bikes. Außerdem verantworte ich das Marketing und den Bereich Social Media.

Hatten Sie schon immer den Wunsch, in den Familienbetrieb einzusteigen?

Natürlich habe ich früher schon nebenbei hier gearbeitet während der Schule oder auch neben der Ausbildung und dem Studium. Anschließend habe ich auch mal ein fünfmonatiges Praktikum bei einem befreundeten Betrieb in NRW gemacht. Da ist mir dann eigentlich aber erst richtig klar geworden, wie gerne ich genau hier lebe und arbeite. Das nächste Praktikum habe ich dann bei meiner Mutter in der Buchhaltung und dabei auch hinter die Kulissen geblickt. Außerdem bin ich schon ein bisschen stolz darauf, was meine Eltern und die Generationen davor geleistet haben und welch guten Ruf unser Geschäft in der Gegend genießt.

Das hört sich sehr begeistert an. Was treibt sie an?

Definitiv liebe ich die extreme Abwechslung. Die Kombi aus Marketing, Beratung, Verkauf aber auch Einkauf, Lager und Montage macht unglaublich viel Spaß. Meine Eltern lassen mir außerdem viel Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit - ob ich eine Abteilung umbauen will oder wieviel ich wovon bestelle – sie vertrauen mir. Aber um ehrlich zu sein bin ich auch grundsätzlich recht ehrgeizig.  Wenn ich etwas mache, versuche ich es immer so gut zu machen, wie es nur geht, am liebsten perfekt. Das kann zwar manchmal anstrengend sein, gerade, wenn es um neue Ideen oder Projekte geht. Dann würde ich am liebsten immer direkt loslegen und muss manchmal auch gebremst werden. Doch Halbherzigkeit ist nicht mein Ding. Von keinem in unserer Familie, wir sind alle sehr aktiv und begeisterungsfähig.

Was war Ihr größter Erfolg bisher?

Der Umbau der Fahrradabteilung und im Sortiment Reinigung. Ich fand, dass man da mehr rausholen kann. Also haben wir bei Fahrrädern einen zweiten Lieferanten hinzugenommen und die Verkaufsfläche verdoppelt. Das zeigte sich dann auch beim Umsatz. Ähnlich bei den Reinigern. Hier habe ich die Abteilung hübsch gemacht, das Zubehör erweitert und dem Ganzen einen professionelleren Anstrich gegeben. Das kam ebenfalls gut an bei unseren Kunden.

Was sehen Sie als Herausforderung in Ihrem Job?

Ganz aktuell die Liefersituation. Grundsätzlich aber ist es die Pflege eines guten Arbeitsklimas, um Mitarbeiter zu halten, motivieren und zu gewinnen. Einige unserer Mitarbeiter sind schon über 25 Jahre im Unternehmen, andere seit zehn Jahren. Das sagt schon was.

Mit welcher Maxime wollen Sie den Betrieb weiterführen?

Wenn es mal dazu kommt, dann wäre mir wichtig, dass die Arbeit Spaß macht und sich für unsere Kunden, Mitarbeiter aber auch uns lohnt - wenn man jeden Tag aufsteht und sich auf die Arbeit freut und damit auch noch gut leben kann.

zuletzt editiert am 31.08.2022