Sarah Menda und Simon Thoma in ihrem 2020 eröffneten Betrieb. (Quelle: TM Technik)

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18. November 2022 | Teilen auf:

Generation Yes: Sarah Menda und Simon Thoma

Tatsächlich gibt es auch heute noch Neugründungen in der Branche, wie unsere Serie Generation Yes beweist. Diesmal im Portrait: Sarah Menda und Simon Thoma.

Sarah Menda, 30 #Betriebswirtin (GA) #Kauffrau Groß- und Außenhandel #Unternehmerin aus Leidenschaft #Firmengründerin #1. Generation TM Technik GmbH

Simon Thoma, 30 #Meister Land- und Baumaschinen #begeisterter Techniker #Firmengründer #1. Generation TM Technik GmbH

Wenn zwei sich zusammentun und dabei das gleiche im Sinn haben, ist das eine gute Sache. So wie bei Sarah Menda und Simon Thoma. 2020 gründeten die beiden ihre Firma TM Technik GmbH in Elzach. Seither fungiert das junge Familienunternehmen im Schwarzwald als Nachfolgebetrieb der vormals am Ort ansässigen Landtechnikwerkstätte Sillmann. Dort hatte Simon Thoma einst sein Handwerk gelernt. Seine Partnerin Sarah Menda lernte er später bei der Reiko GmbH in Freiburg kennen, wo diese nach ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei Horst Steiger und Söhne arbeitete. Damit traf nicht nur technisches Geschick auf wirtschaftliche Expertise. Auch der Wunsch, gemeinsam in die Selbständigkeit zu gehen, war geboren – und in der Folge konsequent umgesetzt. Den etwas versteckt am Waldrand gelegenen Laden, der ausgerechnet im Pandemiejahr 2020 eröffnete, müssen nicht Ortskundige zwar suchen. Doch das lohnt sich. Denn einmal im Betrieb angekommen überzeugen neben einer etablierten Werkstatt und einem klaren Sortiment vor allem die junge Kundenansprache und selbstbewusste Haltung des Händlerpaares - ganz Generation Yes eben! Die Nachfolge in die nächste Generation ist auch schon eine Option. Denn das zweite große Projekt im Leben von Sarah Menda und Simon Thomas heißt Luca. Wie die Eltern zeigte er sich beim Besuch von Motorist vor Ort gut gelaunt.

Frau Menda, Herr Thoma, wann genau haben Sie Ihren Betrieb eröffnet und auf welcher Basis?

S. Menda: Das war im Frühjahr 2020, kurz vor dem Lockdown. Die Eröffnungsfeier war schon geplant, musste dann leider aber ausfallen. Vielleicht waren das nicht die besten Voraussetzungen für einen Start, aber immerhin kannte man den Betrieb ja schon. S. Thoma: Genau, wir hatten ja die Firma meines ehemaligen Chefs übernommen. Von daher war der Kundenstamm vorhanden und vor allem die Werkstatt von Tag eins an ausgelastet. Wohl auch, weil wir gut ausgestattet sind und zum Beispiel über einen Bremsenprüfstand verfügen. Das ist hier im ländlichen Umfeld, wo es im Umkreis von etwa 20 – 30 Kilometern keinen weiteren Anbieter gibt, schon ein Vorteil.

Hatten Sie immer schon den Wunsch, sich selbständig zu machen?

S. Thoma: Eigentlich ja. Ich hatte ja hier gelernt, war dann aber zwischenzeitlich mal weg. Als mein ehemaliger Chef mir sagte, dass er einen Nachfolger sucht, habe ich nicht lange überlegt. Eigentlich wollte er sich erst 2023/24 zur Ruhe setzen. Aber ich hatte gerade meinen Meister gemacht und wollte keine Zwischenstation mehr einbauen, also kam es schon 2020 zur Übernahme. S. Menda: Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt, wie es wäre selbständig zu sein, doch allein wäre das so für mich nicht möglich gewesen. Mit Simon hat es einfach gepasst.

Sie sind in einer schwierigen Zeit gestartet. Haben Sie Ihren Schritt jemals bereut?

S. Menda: Überhaupt nicht. Natürlich waren die Umstände in der Pandemie nicht optimal und sind es jetzt angesichts des Krieges in der Ukraine mit all seinen Auswirkungen auch nicht. So gesehen könnte es natürlich besser sein. Man kann andererseits aber auch nicht sagen, dass das Geschäft schlecht läuft. Das wäre Klagen auf hohem Niveau.

Was sehen Sie derzeit als größte Herausforderung?

S. Menda: Allen voran die politische und wirtschaftliche Lage, die anhaltenden Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen. Große Gewinne kann man da als Neustarter nicht machen. Und es könnte ja noch schwieriger werden. Aber man muss positiv bleiben und den Kopf nicht in den Sand stecken. Immerhin wächst die Zahl unserer Kunden, wobei gerade junge hinzukommen. Auch etliche Stammkunden sind geblieben.

Wo sehen Sie mittelfristig das größte Potenzial?

S. Thoma: Bei Akkugeräten. Und bei einem ehrlichen und handgemachten Service und einer guten Werkstattleistung, so wie wir es auf unsere Homepage ja auch versprechen.  S. Menda: Ich finde auch eine schlanke Produktauswahl und ein klares Profil entscheidend.

Was haben Sie sich grundsätzlich für Ihr Geschäft vorgenommen?

S. Menda: Dass die Kunden regelmäßig und gerne vorbeikommen und uns weiterempfehlen. Das klappt auch ganz gut. Obwohl wir ab vom Schuss sitzen, haben wir zum Beispiel im Elztal schon einige Mähroboter installiert und auch Freiburger Kunden haben uns im Internet schon gefunden und angefragt.

Was ist für Sie als Unternehmer der größte Wert?

S. Thoma: Wie vorhin ja schon gesagt, wir hatten beide immer schon den Wunsch, unser eigener Herr zu sein. Wenn wir dies hier machen können, weil es uns Spaß macht, und davon leben können, ist das schon super.

zuletzt editiert am 18.11.2022